Start-up Strategien für den Mittelstand – Warum Kooperation zur Zukunftsfrage wird
Innovation entsteht nicht mehr hinter geschlossenen Werkstoren
Wie bleibt der Mittelstand innovativ in einer Welt, in der Technologien, Märkte und Wettbewerber sich immer schneller verändern?
Diese Frage stand im Mittelpunkt des Abends „Start-up Strategien für den Mittelstand“, zu dem Advant Beiten eingeladen hatte – Gastgeber war das Technologieunternehmen Testo.
Advant Beiten Einführung von Gerhard Manz
Was mich an solchen Abenden immer wieder fasziniert:
Wenn Unternehmer, Forscher, Start-ups, Investoren und Strategen zusammenkommen, entsteht eine besondere Energie.
Eine Energie, die zeigt:
Innovation entsteht heute nicht mehr im Alleingang.
Sie entsteht an den Schnittstellen.
Zwischen Unternehmen und Start-ups.
Zwischen Forschung und Industrie.
Zwischen Erfahrung und neuen Ideen.
Gerade im Upper-Rhine-Raum wird diese Dynamik immer sichtbarer.
Eine Region, in der industrielle Stärke, exzellente Forschung und eine wachsende Start-up Szene zusammenkommen.
Für mich ist genau diese Verbindung ein Schlüssel für die Zukunft unserer Unternehmen.
„Die Zukunft des Mittelstands entsteht nicht hinter verschlossenen Werkstoren – sie entsteht dort, wo Unternehmen, Start-ups und Forschung gemeinsam neue Lösungen entwickeln.“
Persönlicher Eindruck vom Abend
Was mich an diesem Abend besonders beeindruckt hat, war die Resonanz.
Rund 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten sich an diesem Abend auf den Weg nach Titisee, um über genau dieses Thema zu diskutieren:
Wie Mittelstand und Start-ups gemeinsam Innovation vorantreiben können.
Das zeigt sehr deutlich:
Dieses Thema trifft einen Nerv.
Viele der Anwesenden waren Entscheiderinnen und Entscheider, Unternehmer, Gründer oder Innovatoren aus Unternehmen und Forschung. Menschen also, die nicht nur über Veränderung sprechen – sondern sie gestalten wollen.
Besonders wertvoll war dabei der offene Austausch über Erfahrungen, Erfolge und auch über das Scheitern.
Denn genau darin liegt die Stärke solcher Abende:
Man lernt voneinander.
Man erkennt Parallelen.
Und manchmal entsteht aus einem Gespräch bereits die nächste Idee für eine Zusammenarbeit.
Gerade für unsere Region im Südwesten Deutschlands, im Upper Rhine Valley, ist dieser Austausch enorm wertvoll.
Wenn Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Start-ups und Investoren stärker miteinander ins Gespräch kommen, profitieren am Ende alle.
Oder anders gesagt:
Innovation entsteht nicht nur durch Technologie – sondern durch Menschen, die ihr Wissen teilen und gemeinsam neue Wege gehen.
Mittelstand im Wandel: Das Beispiel Testo
Der Abend begann mit einem Einblick von CEO Eckhard Kloth, der eindrucksvoll zeigte, wie sich ein technologiegetriebener Mittelständler über Jahrzehnte weiterentwickeln kann.
Testo hat seinen Umsatz innerhalb von zehn Jahren nahezu verdoppelt – von 237 Millionen Euro im Jahr 2014 auf rund 493 Millionen Euro im Jahr 2025.
Dabei ist das Unternehmen heute stärker international aufgestellt denn je:
80 Prozent Exportanteil,
Produktion in Deutschland, Portugal und China,
und ein bewusst diversifiziertes Portfolio als Teil einer langfristigen De-Risking-Strategie.
Eckhard Kloth, neuer CEO bei Testo, gab einen Überblick und Einordnung von Testo und der Strategie 2030
Doch besonders spannend ist nicht nur das Wachstum – sondern woher das Wachstum heute kommt.
Das klassische Kerngeschäft wächst moderat.
Neue Impulse entstehen zunehmend durch Sensorik, Software und datenbasierte Services.
Ein Beispiel dafür ist Testo Saveris.
Sensoren messen dabei kontinuierlich Qualitätsparameter – etwa den Zustand von Frittieröl in großen internationalen Restaurantketten.
Die Technologie erkennt präzise, wann Öl wirklich gewechselt werden muss.
Nicht zu früh.
Nicht zu spät.
Das Ergebnis: bessere Produktqualität, geringere Kosten, effizientere Ressourcennutzung und höhere Lebensmittelsicherheit.
Ein scheinbar kleines Detail – und doch ein perfektes Beispiel dafür, wie aus Hardware, Daten und Software ein neues Geschäftsmodell entstehen kann.
„Start-ups bringen Geschwindigkeit und neue Perspektiven. Der Mittelstand bringt Erfahrung, Märkte und Skalierung. Erst zusammen entsteht echte Innovationskraft.“
Daten verändern die Art, wie Unternehmen Entscheidungen treffen
Ein zentraler Gedanke des Abends war die Rolle von Daten und künstlicher Intelligenz.
Mit vernetzten Geräten entsteht eine enorme Menge an Informationen.
Doch der entscheidende Schritt ist nicht die Datensammlung – sondern die Fähigkeit, daraus bessere Entscheidungen abzuleiten.
Oder, wie es im Kontext moderner KI-Systeme beschrieben wird:
„Next Best Action.“
Welche Entscheidung ist auf Basis der vorhandenen Daten die richtige?
Diese Entwicklung verändert nicht nur Technologien – sie verändert auch Organisationen.
Bei Testo bedeutet das unter anderem:
eine eigene AI Academy,
interne AI Enablement Teams,
und neue Studienprogramme rund um Data Science und künstliche Intelligenz.
Denn Digitalisierung ist nie nur eine Frage der Technologie.
Sie ist immer auch eine Frage von Kompetenz, Lernbereitschaft und Kultur.
Warum Mittelstand und Start-ups sich gegenseitig brauchen
Ein weiterer spannender Einblick kam aus dem Strategy Office von Testo, das sich mit Kooperationen, Start-ups und strategischen Beteiligungen beschäftigt.
Die zentrale Erkenntnis:
Unternehmen können Innovation heute nicht mehr vollständig allein entwickeln.
Start-ups bringen etwas mit, das großen Organisationen oft fehlt:
Geschwindigkeit.
Fokus.
Mut zum Experiment.
Der Mittelstand hingegen bringt etwas mit, das für Start-ups entscheidend ist:
Marktzugang.
Erfahrung.
Skalierungsfähigkeit.
Wenn diese beiden Welten zusammenkommen, entsteht etwas sehr Kraftvolles.
Doch Zusammenarbeit entsteht nicht von selbst.
Sie braucht Struktur.
Sie braucht Prozesse.
Und sie braucht Menschen im Unternehmen, die bereit sind, neue Wege zu gehen.
Vom Zufall zur Strategie
Viele Kooperationen zwischen Corporates und Start-ups entstehen zunächst zufällig – weil ein spannendes Start-up auftaucht.
Doch immer mehr Unternehmen beginnen, diesen Prozess strategisch zu denken.
Nicht mehr opportunistisch.
Sondern entlang klarer Zukunftsfragen:
Wo wollen wir als Unternehmen in zehn Jahren stehen?
Welche Technologien werden dafür entscheidend sein?
Und welche Kompetenzen fehlen uns heute noch?
Bei Testo orientieren sich Kooperationen und Beteiligungen deshalb zunehmend an der langfristigen Strategie „Testo 2030“.
Das bedeutet auch:
Nicht jede spannende Gelegenheit passt automatisch zur eigenen Zukunft.
Manchmal ist die wichtigste Entscheidung auch, eine Zusammenarbeit bewusst nicht einzugehen.
Barbara Mayer, Advant Beiten, moderierte das Panel mit praxisnahen Fragen.
Innovation ist vor allem eine Frage der Kultur
In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass erfolgreiche Kooperationen zwischen Mittelstand und Start-ups nicht nur eine Frage von Technologie sind, sondern vor allem von Mindset, Kultur und Struktur.
Unter der Moderation von Barbara Mayer diskutierten:
Eckhard Kloth, CEO von Testo,
Dr. Thomas Scheuerle, Geschäftsführer des BadenCampus,
Leonard Sporleder, Geschftsführer von Machn.,
Patricie Merkert, Institutsleiterin am Fraunhofer IAF (Institut für Angewandte Festkörperphysik).
Die Diskussion machte deutlich, wie entscheidend Kooperationsplattformen und Netzwerke sind, um Unternehmen und Start-ups zusammenzubringen.
Dr. Thomas Scheuerle betonte die Rolle regionaler Innovationsplattformen wie dem BadenCampus, die Unternehmen als Sparringspartner begleiten und Kooperationen mit Start-ups ermöglichen.
Patricie Merkert unterstrich aus Sicht der Forschung, dass viele technologische Durchbrüche zunächst im Labor entstehen – ihr wirtschaftlicher Nutzen aber erst dann sichtbar wird, wenn sie gemeinsam mit Unternehmen in marktfähige Anwendungen überführt werden.
Eckhard Kloth wiederum machte deutlich, dass Innovation im Unternehmen vor allem dann gelingt, wenn Strategie, Prozesse und Ressourcen bewusst darauf ausgerichtet werden.
Denn wenn Start-ups und etablierte Unternehmen zusammenarbeiten, treffen häufig zwei sehr unterschiedliche Welten aufeinander:
die Geschwindigkeit und Experimentierfreude von Start-ups
und die Strukturen und Prozesse großer Organisationen.
Damit Zusammenarbeit gelingt, braucht es Vertrauen, klare Erwartungen und vor allem Menschen, die bereit sind, neue Wege zu gehen.
Ein Innovationsökosystem entsteht
Besonders inspirierend war auch der Blick auf das regionale Umfeld.
Institutionen wie Fraunhofer, Initiativen wie der BadenCampus, der High-Tech Gründerfonds oder regionale Start-up Programme zeigen, wie sich in unserer Region ein starkes Innovationsnetzwerk entwickelt.
Ein Netzwerk, in dem Unternehmen, Forschung, Start-ups und Investoren zunehmend zusammenarbeiten.
Gerade der Upper-Rhine-Raum hat dafür außergewöhnlich gute Voraussetzungen.
Eine starke industrielle Basis.
Exzellente Universitäten und Forschungsinstitute.
Und immer mehr Gründerinnen und Gründer mit neuen Ideen.
Mit der Ausgründung aus dem Grünhof ergänzt die Innovations- und Transformationsberatung Machn. mit ihrem Geschäftsführer Leonard Sporleder das Angebot der Freiburger Start-up und Mittelstandslandschaft. In einem kurzen Impuls gab er einen Überblick über die geplante Zusammenarbeit mit Freiburgs Unicorn Black Forest Labs durch die Integration der ai-baiseten Visualisierung. Ein toller Blick in die Zukunft!
Leonard Sporleder, Geschäftsführer der Innovations- und Transformationsberatung Machn. im Impuls
Warum mir diese Verbindung so wichtig ist
Für mich persönlich liegt genau hier eine der spannendsten Zukunftschancen für unsere Wirtschaft.
Wenn Unternehmen, Start-ups und Forschung enger zusammenarbeiten, entsteht etwas, das keiner allein schaffen kann.
„Innovation entsteht selten im Alleingang. Sie entsteht in Ökosystemen – dort, wo Unternehmer, Gründer, Forschung und Investoren den Mut haben, gemeinsam Neues zu wagen.“
Neue Technologien.
Neue Geschäftsmodelle.
Neue Perspektiven.
Innovation entsteht nicht nur durch brillante Ideen.
Sie entsteht vor allem durch Zusammenarbeit.
Und genau deshalb ist es so wichtig, dass sich Unternehmen aktiv im Innovationsökosystem engagieren.
Nicht nur als Beobachter.
Sondern als Partner.
Denn die Zukunft des Mittelstands entsteht nicht nur in den Unternehmen selbst.
Sie entsteht im Zusammenspiel vieler Akteure.
Und genau darin liegt die große Chance unserer Region.
Was mich an solchen Abenden immer wieder begeistert, ist die Dynamik, die entsteht, wenn unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen.
Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Mittelstand.
Gründerinnen und Gründer mit neuen Ideen.
Forscherinnen und Forscher mit technologischen Durchbrüchen.
Investoren, die an das Potenzial glauben.
Alle arbeiten an derselben Frage:
Wie gestalten wir die Zukunft unserer Unternehmen – und unserer Wirtschaft?
Ich bin überzeugt:
Der Mittelstand hat dafür beste Voraussetzungen.
Er denkt langfristig.
Er kennt seine Märkte.
Er hat die Kraft, Innovationen in die Praxis zu bringen.
Wenn sich diese Stärke noch stärker mit der Geschwindigkeit von Start-ups, der Exzellenz der Forschung und mutigem Kapital verbindet, entsteht etwas, das weit über einzelne Unternehmen hinausgeht.
Ein echtes Innovationsökosystem.
Gerade im Upper-Rhine-Raum sehen wir, wie diese Zusammenarbeit wächst.
Und genau darin liegt eine der größten Chancen für unsere Region – und für die Zukunft des Mittelstands.
Wenn Sie sich für Kooperationen zwischen Mittelstand, Start-ups und Forschung interessieren oder Innovation in Ihrem Unternehmen strategisch weiterentwickeln möchten, freue ich mich über den Austausch.

