Die Omnibus-Verordnung der EU

Weniger Berichtspflichten, aber kein Grund zum Stillstand

Die EU-Kommission plant eine deutliche Reduzierung der Berichtspflichten für Unternehmen. Die sogenannte Omnibus-Verordnung soll für weniger Bürokratie sorgen, bringt aber gleichzeitig eine geringere Transparenz mit sich. Insbesondere die neuen Schwellenwerte führen dazu, dass zahlreiche Unternehmen, die bislang unter die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) fielen, nun von der Berichtspflicht ausgenommen werden. Zudem soll der Starttermin für die CSRD-Berichterstattung auf 2028 verschoben werden. Doch Vorsicht: Die Omnibus-Verordnung ist bislang nur ein Vorschlag und muss noch von Parlament und Mitgliedstaaten genehmigt werden.

Industrieller Wandel in der deutschen Chemie- und Zulieferindustrie

Nachhaltigkeit als wirtschaftliche Notwendigkeit

Als Unternehmerin und Transformationsberaterin sehe ich klar: Wer sich jetzt zurücklehnt, vergibt wertvolle Chancen. Nachhaltigkeit ist längst kein reines Compliance-Thema mehr, sondern ein strategischer Erfolgsfaktor. Unternehmen, die konsequent auf nachhaltiges Wirtschaften setzen, profitieren von:

  • Wettbewerbsvorteilen: Nachhaltigkeit wird zunehmend von Kunden, Partnern und Fachkräften erwartet.

  • Kapitalzugang: Investoren und Banken fordern ESG-Transparenz und honorieren nachhaltige Strategien.

  • Kosteneinsparungen: Ressourcenschonende Prozesse steigern Effizienz und reduzieren Risiken.

  • Resilienz und Zukunftsfähigkeit: Unternehmen, die sich frühzeitig anpassen, bleiben langfristig stabil.

Gerade der Mittelstand kann von den Erleichterungen der Omnibus-Verordnung profitieren, um seine Nachhaltigkeitsstrategie unabhängig von starren Berichtsanforderungen weiterzuentwickeln. Wer jetzt investiert, bleibt wettbewerbsfähig und kann auf künftige regulatorische Anforderungen vorbereitet reagieren.

Jetzt strategisch vorangehen

Es wäre ein Fehler, die Zeit bis 2028 ungenutzt verstreichen zu lassen. Stattdessen sollten Unternehmen die gewonnene Zeit strategisch nutzen, um Nachhaltigkeit tief in ihre Geschäftsmodelle zu integrieren. Dabei geht es nicht nur um Berichtspflichten, sondern um unternehmerische Weitsicht.

Ich empfehle, auf bewährte und praxiserprobte Instrumente wie die ESRS (European Sustainability Reporting Standards) und die doppelte Wesentlichkeitsanalyse zu setzen. Diese bieten eine wissenschaftlich fundierte Systematik, um Unternehmen nachhaltig, zukunftsfähig und wettbewerbsstark auszurichten.

Wer heute nachhaltig wirtschaftet, stellt nicht nur Compliance sicher, sondern sichert sich langfristigen wirtschaftlichen Erfolg.

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